Die Geschichte der Schwarzenburg-Festspiele

Die Anfänge ...

Die Schwarzenburg-Festspiele haben eine lange Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begeisterte sich eine Schar heimat- und geschichtsbewusster Rötzer für die Burgruine des Schwarzwihrs. Bis dahin verfiel die weitläufige Anlage der Schwarzenburg über Jahrhunderte. Vor allem nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1840 holten sich die Rötzer Bürger die behauenen Granitsteine der Burgruine zum Wiederaufbau ihrer Stadt. Mit der Gründung des Schwarzwihrbergvereins war es mit diesem "Raubbau" vorbei: Die Schwarzenburg erwachte aus dem Dornröschenschlaf und bald erkannten die Rötzer das Potential ihrer Burgruine, als "Freilichtbühne" genutzt zu werden. Dem Zeitgeist entsprechend begann man im Jahr 1892 mit einem damals populären Ritterschauspiel, dem "Kunz von Kauffungen".

Bald suchte man in der eigenen Heimatgeschichte nach geeignetem "Theaterstoff": Die Schlacht bei Hiltersried im Jahr 1433 schien dafür prädestiniert zu sein und wurde in verschiedenen Fassungen, zuletzt im Jahr 1933 auf der Schwarzenburg-Naturbühne inszeniert.

Auf Grund der politischen Entwicklungen traten dann die Festspiele in den Hintergrund. Der 2.Weltkrieg brachte schließlich die Vereinsaktivitäten und damit das Freilichttheater ganz zum Erliegen.

Festspiele ab 1950

Doch bald nach den Kriegswirren wurden Stimmen laut, die wieder neues Leben auf den Schwarzwihrberg bringen wollten. Die Verantwortlichen des Vereins, allen voran Robert Mages als Vorstand, brauchten sehr viel Idealismus, Mut und Entschlossenheit, um mit leeren Kassen, einer verfallenen Burganlage und geplünderten Berghütte die Schwarzenburg-Festspiele wieder zu beleben.

Mit Dr. Sigfrid Färber als Autor und Regisseur, sowie Jo Lindinger als Bühnengestalter vom Stadttheater Regensburg, holte man sich sogar professionelle Unterstützung für das ehrgeizige Projekt. Der "Der Guttensteiner" wurde der Bühne auf den Leib geschrieben.

Zur historischen Person des Heinrich von Guttenstein, dem "letzten Ritter" auf der Burg, pflegen die Rötzer seit Alters her eine besondere Verbindung - schaffte er es doch als einziger unter den Herren der Schwarzenburg, als "Wilder Heinz" in Sagengestalt bis in unsere Zeit in der Bevölkerung präsent zu bleiben. Die Figur des "Guttensteiners" wurde insgesamt in einem Zeitrahmen von knapp 90 Jahren in drei unterschiedlichen Bühnenfassungen erfolgreich inszeniert.

Neben dem "Guttensteiner" begeisterten auch das Volksmärchen "Rübezahl", das patriotische Schauspiel "Rebellen vom Wald" und "Das Nachfolge-Christi-Spiel" von Max Mell bis ins Jahr 1959 ein breites Publikum.

Schlechte Witterung und damit verbundene Ausfälle machten das Fehlen einer Überdachung schmerzlich bewusst. Auch der hohe Aufwand und die schwierigen Bedingungen, unter denen auf der Schwarzenburg Theater gespielt wurde, waren Gründe dafür, dass nach der Saison 1959 eine Spielpause eingelegt wurde, die dann die Schwarzenburg-Festspiele für viele Jahre zum Erliegen brachte.

Festspiele der Neuzeit

Erst im Jahr 1995 gelang es Hans Seebauer, mit einem schlüssigen Konzept den Verein, die Stadt Rötz und die Bevölkerung für eine Renaissance des "Guttensteiners" zu begeistern.

In wenigen Monaten wurden zwei Zuschauertribünen gebaut, historische Gewänder für rund 100 Mitwirkende geschneidert, geprobt, Reiten gelernt und vieles mehr vorbereitet, so dass am 5.Juli 1996 mit der Premiere des "neuen Guttensteiners" ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen konnte.

Regisseur Bernhard Hübl aus Kallmünz entrümpelte die alte Fassung und passte sie mit Hilfe von Dietmar Görgner der historischen Wahrheit und dem veränderten Zeitgeist an.

Josef Niebauer verkörperte 20 Jahre lang die Figur des Ritter Heinrich von Guttenstein.

Im Jahr 2015 ging diese erfolgreiche Ära schließlich zu Ende.

Seit dem Jahr 2007 schuf sich der Verein mit der "Märchenzeit für Jung und Alt" ein zweites Standbein. Mit den jährlichen Neuinszenierungen von sowohl klassischen, als auch modernen Märchen werden seitdem kleine und große Theaterfreunde auf der Schwarzenburg bestens unterhalten.

Chronologie der Historischen Schwarzenburg-Festspiele

  • 1892               Kunz von Kauffungen
  • 1894/1896    Die Schlacht bei Hiltersried
  • 1900               Heinz von Stein
  • 1904               Kunz von Kauffungen
  • 1924/1925    [nbspDie Schlacht bei Hiltersried
  • 1927               Kunz von Kauffungen
  • 1928               Der Wilde Heinz
  • 1933               Die Hussitenschlacht
  • 1950 - 1952   Der Guttensteiner
  • 1951/1952     Rübezahl
  • 1953/1954     Die Rebellen vom Wald
  • 1956/1957     Der Guttensteiner
  • 1958/1959     Das Nachfolge-Christi-Spiel
  • 1996 - 2015   Der Guttensteiner

Chronologie der Märchenzeit

  • 2007  Rapunzel
  • 2008  Aschenputtel
  • 2009  Das Tapfere Schneiderlein
  • 2010  Der Froschkönig
  • 2011  Rumpelstilzchen
  • 2012  König Drosselbart
  • 2013  Die Bremer Stadtmusikanten
  • 2014  Bill Bo und seine Bande
  • 2015  Pippi Langstrumpf
  • 2016  Max und Moritz